Energie


Biokraftstoffe sind mit über 2.000.000 MT im Jahr ein nicht mehr hinweg zu denkender Bestandteil der Energieversorgung. Sie erfüllen neben der reinen energetischen Versorgung auch andere wichtige Funktionen. Biokraftstoffe tragen u. a. ganz erheblich zur CO2 Emissionsreduktion bei. Ein Großteil der von der Bundesregierung alljährlich nach Brüssel gemeldeten CO2 Einsparungen im Rahmen der sog. Nationalen Action Plans basiert auf dem Einsatz von Biokraftstoffen.

Doppelgewichtung

Mit der Einführung der Doppelgewichtung abfallbasierter Biokraftstoffe hat die Politik den öffentlichen politischen Willen umgesetzt, Abfälle und Reststoffe einer sinnvollen weiteren Verwertung zuzuführen, sofern deren Anfall nicht vermeidbar ist. Mit der Doppelgewichtung werden die nötigen Anreize für eine dauerhafte sinnvolle Verwertung geschaffen und in diesem Bereich schwierige ökonomische Rahmenbedingungen kompensiert.

Abgrenzung zu Rohstoffen anderer Kraftstoffe

Bei den doppelt gewichteten Materialien handelt es sich um in der Regel schwierige, im Vergleich zum Mineralöl nur in kleinen Mengen verfügbare Abfälle, die nur mit einem hohen logistischer Aufwand verfügbar gemacht werden können (z.B. Altspeisefette in Kleinstchargen aus den Gastronomiebetrieben). Allein die Aufbereitung der Abfälle vor eigentlichen Verarbeitung zu Biokraftstoff ist sehr aufwendig, da Abfälle nicht homogen sind (wie z.B. mineralisches Rohöl) sondern aus ganz unterschiedlichen Prozessen stammen und damit fast immer unterschiedliche Formen der Aufbereitung erfordern. Die Aufbereitung selbst erfolgt in vergleichsweise kleinen, mittelständischen hoch spezialisierten Anlagen in ebenfalls vergleichsweise kleinen Mengen.

Begründung der Doppelgewichtung

Die Aufbereitung und Verarbeitung von Abfällen zu Biokraftstoffen ist nur unter hohen Kosten möglich, sie sichert aber gleichzeitig eine sinnvolle, dem öffentlichen Willen entsprechende sichere Verwertung von Abfällen und Reststoffen. Die Doppelgewichtung ermöglicht die sinnvolle Verwertung von Abfällen bei höheren Kosten und trägt gleichzeitig dem politischen Willen Rechnung.

Abgeleitete MVaK Position

Der MVaK fordert, die gesetzlich in der 36. BImSchV verankerte Doppelgewichtung von abfallbasierten Kraftstoffen beizubehalten. Der MVaK spricht sich gegen eine verschiedentlich angedachte Vierfachgewichtung aus, da dies zu Verwerfungen im Markt führen und den Missbrauch fördern könnte.