Abfall


Die moderne Konsumgesellschaft produziert Abfälle in einem mehr oder weniger gleichbleibenden äquivalenten Verhältnis zum Konsum, was dazu führt, dass Abfall heute ein nicht mehr hinweg zu denkender Bestandteil modernen Lebens ist. Auch wenn die Abfallvermeidung in einer wachsenden industriellen Gesellschaft aller höchste Priorität haben muss, so kommt doch eine sinnvolle Abfallverwendung gleich danach um zu vermeiden, dass die Gesellschaft an einer nicht mehr beherrschbaren Menge an  Abfall kollabiert.

Pflanzliche Rohstoffe zählen ebenso zu den Konsumgütern und produzieren damit zwangsläufig Abfälle, die in ganz unterschiedlichen Bereichen, Mengen und Eigenschaften anfallen. Während der Nahrungsmittelsektor ca. 75% des Pflanzenöls aufnimmt, entfallen auf die chemische Industrie ca. 20%.

Der private Konsum und die Nahrungsmittelindustrie produzieren unter anderem gebrauchte Frittieröle und Fette als Abfall oder Reststoff, aber auch Produktionsreste und sonstige herstellungsbedingte ungewollte Nebenprodukte stellen Abfälle dar und können genutzt werden.

Die chemische Industrie fertigt zahlreiche Produkte aus Pflanzenöl, einem äußerst vielseitigen Rohstoff, und dem entsprechend vielseitig sind auch die pflanzlichen Abfälle in Form von Fettsäuren, Destillationsrückständen oder sonstigen Materialien anzutreffen.

All diesen Stoffen gemeinsam ist, dass sie pflanzlichen Ursprungs sind und innerhalb des Produktionsprozesses, in dem sie entstanden sind, nicht weiter verwendet oder aufgearbeitet werden können, so dass sich der Eigentümer mit dem entsprechenden Entledigungswillen um die Entsorgung Gedanken machen muss.

Wurden diese Stoffe noch vor einigen Jahren mehr oder weniger verträglich „entsorgt“ (wobei das Ausgießen der Fritteuse in die Kanalisation schon schlimm war), so können diese Materialien heute mit der energetischen Verwendung einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. Durch die Produktion von Kraftstoff aus diesen Abfällen können Abhängigkeiten von internationalen Energiemarkt verringert und erhebliche Mengen an CO2 eingespart werden. Abfälle, die früher immer wieder ins Tierfutter und damit in die Nahrungskette gelangt sind werden sicher kanalisiert und sinnvoll verwertet.