Biokraftstoffe


Was versteht man unter Biokraftstoffen?

Grundsätzlich bezeichnet man alle Nicht-fossilen Brennstoffe, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, als Biokraftstoffe. Dabei handelt es sich um flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden und spezielle gesetzliche Anfoderungen (z.B. Biokraft- NachV, 36. BImSchV o.ä.) erfüllen. Unterschieden werden in diesen Zusammenhang Biokraftstoffe der ersten Generation und Innovative Kraftstoffe (advancend biofuels), zu denen die abfallbasierten Kraftstoffe zählen.

Biokraftstoffe (flüssig) der ersten Generation sind solche Kraftstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen, in der Regel Ölsaaten, im Wege der Umesterung bzw. Fermentierung hergestellt werden, also Biodiesel und Bioethanol. Sie zeichnen sich durch einen mindestens um 35% niedrigeren CO2 Ausstoß im Vergleich zu fossilem Kraftstoff aus, sind mit fossilen Kraftstoffen mischbar und damit universell einsetzbar. Die Viskosität ist niedriger und damit besser, doch auch der Energiegehalt kann bis ca. 6% unter dem von mineralischem Kraftstoff (Diesel) liegen.

Im Jahr 2012 haben die Biokraftstoffe zu der Energiebereitstellung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland in Höhe von 10,7% beigetragen (FNR 2013). Im Verkehrssektor lag 2012 der Biokraftstoffanteil bei 5,7% (FNR 2013), wobei auf Biodiesel mit ca. 2.057.000 t der höchste Anteil in Höhe von 3,4% entfiel.

Innovative Kraftstoffe kennzeichnen atypische Rohstoffe, die in der Regel nicht mit Nahrungsmitteln konkurrieren, sowie besondere innovative Produktionsverfahren. Dazu gehören z.B. Biomethan, Biomass to Liquid (BTL), Biokerosin oder auch HVO (hydrated vegetable oil). Infolge der innovativen Verarbeitung von pflanzlichen Abfällen zu Biodiesel zählen eben auch die abfallbasierten Kraftstoffe zu den innovativen Kraftstoffen, die sich durch eine besonders hohe Reinheit auszeichnen.

Innovative Kraftstoffe werden zum einen in international variierenden Quoten fossilem Kraftstoff zugemischt und zum anderen als 100% reiner Biodiesel vermarktet. Biodiesel aus Abfall und Reststoffen machte 2012 einen Anteil von 1,5 % im europäischen Markt aus.